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Unhaltbare Zustände in der Briefzustellung

Auf Grund der unhaltbaren Zustände in der Briefzustellung erging nachfolgendes Schreiben am Mittwoch, den 18.01.2017 an VD DI Hitziger. Wir werden alles daransetzen, die Situation in der Briefzustellung so rasch wie möglich zu verbessern.

Sehr geehrter Herr Vorstandsdirektor!

In den letzten Wochen und Monaten sind eine Vielzahl an Problemen zutage getreten, die dringend einer Lösung bedürfen. Ich sehe es daher als meine Pflicht, Sie auf die inakzeptable Überlastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Briefzustellung sowie deren Auswirkungen hinzuweisen.

Die Beschwerden über zu hohen Arbeitsdruck haben in den letzten Wochen und Monaten österreichweit enorm zugenommen. Verursacht wird dieser zu hohe Arbeitsdruck zumeist durch eine zu geringe Personaldecke, falschen Planungsannahmen bei den Paketmengen und massiven krankheitsbedingten Personalausfällen. In diesem Zusammenhang weise ich nochmals darauf hin, dass die Mehrbelastungen durch Mitbesorgungen auf Grund der vorherrschenden Rayonsgrößen mittlerweile unzumutbar geworden sind. Den Appellen unsererseits, zeitgerecht mit geeigneten Personalmaßnahmen für einen geordneten Betriebsablauf zu sorgen, wurde bisher leider nicht Rechnung getragen.

Wenn sich bisher hoch motivierte MitarbeiterInnen überfordert fühlen, von permanenter Überlastung sprechen und sich daher hilfesuchend an die Arbeitnehmer-Vertretung wenden, dann ist absoluter Handlungsbedarf gegeben. Die permanente Überlastung durch das zu hohe Arbeitspensum gefährdet die Gesundheit unserer MitarbeiterInnen, mindert die Zustellqualität und gefährdet auch den guten Ruf der Österreichische Post AG.

Die Herausforderungen des Vorjahres für die betroffenen MitarbeiterInnen waren enorm. Den uns vorliegenden Aufzeichnungen ist zu entnehmen, dass MitarbeiterInnen in der Verbundzustellung zu ihren ohnehin im Weihnachtsverkehr stark gestiegenen Brief- und Werbesendungen vielerorts sogar bis zu 150 Pakete zusätzlich täglich zuzustellen hatten.

Was den Kolleginnen und Kollegen der Briefzustellung nunmehr zugemutet wird, ist schlichtweg unverantwortlich. Auch die zweifelsohne großen Herausforderungen anlässlich der vorherrschenden Wettbewerbsbedingungen entbinden das Management der Österreichischen Post AG keinesfalls der Fürsorgepflicht gegenüber den MitarbeiterInnen.

Derzeit ist es den MitarbeiterInnen trotz größter Sorgfalt auf Grund der vielerorts inakzeptablen Arbeitsbedingungen nicht mehr möglich, die übertragenen Aufgaben ordnungsgemäß zu erfüllen. Es ist eine Tatsache, dass viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Angst vor einer möglichen Verfolgung durch das Unternehmen täglich vor dem offiziellen Dienstbeginn mit der Arbeit beginnen, ihre Pausen auf Grund des hohen Arbeitsdrucks nicht ordnungsgemäß konsumieren und es darüber hinaus laufend zu Arbeitszeitverletzungen kommt. So sind uns vor allem bei MitarbeiterInnen mit neuen Kollektivvertrag viele Fälle bekannt, bei denen die gesetzliche Tages-Höchstarbeitszeit nachweislich überschritten wurden.

Der Weihnachtsverkehr 2016 konnte nur mehr mit größter Mühe und gemeinsamer Anstrengung bewältigt werden. Die MitarbeiterInnen haben sich von der Arbeitsbelastung der Weihnachtszeit noch nicht einmal erholt, und schon setzt die Österreichische Post AG ihre Restrukturierungsmaßnahmen im Wege von weiteren Personaleinsparungen massiv fort. Dabei werden trotz erheblicher Korridorplusstunden zum Teil Rayonsvergrößerungen vorgenommen, die nicht nur unplausibel erscheinen, sondern zu einer weiteren Erhöhung des Arbeitsdrucks führen.

Ich fordere daher, dass


• sofort zusätzliches Personal für den Zustelldienst aufgenommen wird
• der „Springerpool" in allen Bundesländern mit ausreichend Personal befüllt wird
• schon jetzt Vorsorge für den Weihnachtsverkehr 2017 getroffen wird, damit zusätzliche Kräfte zur Verfügung stehen
• ab einer Anzahl von 100 Korridor-Plusstunden keine Rayonsvergrößerungen vorgenommen werden dürfen
• wie in der Betriebsvereinbarung vorgesehen, Rayonsbetrachtungen durchgeführt werden und geeignete Maßnahmen zur Entlastung der MitarbeiterInnen ergriffen werden
• neu aufgenommenen MitarbeiterInnen jene Einarbeitungszeit gewährt wird, die sie zur ordnungsgemäßen Erfüllung ihrer Aufgaben benötigen

Ich ersuche Sie dringend, die von uns aufgezeigten Probleme und Warnsignale der Überforderung ernst zu nehmen und rasche geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Situation zu veranlassen. Nachweislich zeigen bereits immer mehr MitarbeiterInnen psychische und körperliche Symptome. Das sollten auch Sie ernst nehmen.

Aus den genannten Gründen ersuche ich um rasche Aufnahme von Gesprächen.

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